Mittwoch, 25. Oktober 2017

Geheimnisvolle Menschen # 2: "Die Supermarkt-Kassiererin"

Lizenzfreies Bild von Ikuuz auf pixabay
Ich geh dort oft hin einkaufen.
Die meisten Kassiererinnen kenne ich schon.
Als sie zum ersten Mal dort scannerte,
bewunderte ich ihre sphinxenhafte Erscheinung:
Die grünen Augen mit dem Lidstrich.
Sie lächelte nicht. 
Und verrechnet mir ein Produkt zwei Mal, das ich nur ein Mal gekauft hatte. 

Als ich den Fehler entdeckte, zog sie bereits
den nächsten Kunden über die Glasplatte.
Ihr Gesicht verfinsterte sich, als hätte ich IHR gerade etwas zugemutet... 
Nein, sie bedauerte keineswegs - ich war ihr lästig.

Einige Zeit später traf ich sie wieder - und diesmal waren es Ravioli, die sie mir doppelt verrechnete. Ihr Vorschlag: Ob ich mir nicht eine zweite Packung Ravioli holen gehen möchte?
Ich lehnte freundlich ab, mit der Begründung, dass ich nicht gern so oft das Gleiche esse.

Inzwischen haben wir schon Routine: Ich checke meine Quittung... und hole mir mein Geld bei ihr zurück, wenn nötig.

Unlängst erzählte sie der Frau vor mir, dass sie bald zu studieren begänne. Ich traute mich nachzufragen, was sie denn studieren werde? Deutsch, Französisch, Englisch - Dolmetsch. Sie strahlte so, dass ihre Haare heller wirkten. Bald werde ihre kleine Schwester in ihre Fußstapfen (an der Kassa) treten, bis auch sie alt genug zu Studieren wäre.

Jetzt frage ich mich: Werde ich sie an meinem Kassabon erkennen? ;-)

Donnerstag, 18. Mai 2017

Geheimnisvolle Menschen # 1



Unlängst, auf einer ausgedehnten Spazier.runde, weiter oben bei den Gemeindebauten, sprach uns eine Frau an. Sie fragte mich, ob ich öfter hier entlang käme... und holte dann dieses kleine Täschchen hervor, mit der Frage, ob ich es vielleicht brauchen könne?... Ihr Hund sei vor einem halben Jahr gestorben.
Vorsichtiges Nachfragen... ausloten: Ob sie drüber schon ein bisschen hinweg ist?... Da erzählte sie mir, sie habe gleichzeitig ihr altes krankes Pferd und ihren alten kranken Hund gepflegt, und "schon wie eine Nonne gelebt"... Nun sei auch wieder einmal "eine Zeit ohne Tiere" dran.
Da nahm ich es dankbar entgegen... und wünschte ihr im Verabschieden noch "Schönes Wiederauftanken im Fetten Leben" (Was sagte ich da?!).
Ihr Lächeln strahlte mir aus dem Kranz ihrer goldigen Löckchen entgegen. Und sie verschwand :-)