Dienstag, 3. Mai 2016

ROT und GOLD. Was ist schön an der Wut?



Meine Wut wohnt in meiner inneren Großmutter. Oder sie kratzt meine Augen aus, bis ich überall Teufel sehe.
Bange bange wird es mir, vor mir selbst.
Irisierende Wut und haltloser Zorn kosten mich das Leben.
Mein Gesicht wird zu einer Maske, die von innen hält.
Während ich nach gescheiten Ideen und Handlungen suche, tobt sie ganz blöde und haut alles kurz und klein, will nichts sehen, noch hören, noch wissen.
Brüllen will sie, die Wut. Einen schönen hellen Raum in mir freibrüllen.
Dort drin ist dann „das Auge des Zyklons“, in dem meine Stille und mein wieder-Weichsein daheim sind.
Kleine Kätzlein und Lämmlein und Hundilein und wollige Wesen werden mir auch nicht helfen, selbst wieder klein und lieb zu werden.
Weil ich wütend geboren und wütend genährt und geholt und verlassen und eine Ahnin der Wut bin, eingesperrt in eine Gouvernante, die nicht ums Verrecken von ihrem Hohen Ross runter steigen will.
Sie sorgt noch für Ruhe und Ordnung, wenn nichts mehr ruhig oder ordentlich sein kann. Was heißt „sorgt“? Sie zwingt und ringt nieder, schreit „Papperlapapp“ und lacht höhnisch… oder dreht mein Gesicht immer wieder Richtung „Mann“, wenn ich grad meine Hände in die Schuhschachtel mit meinen kleinen Vampiren versenkt habe…
Die Großmutter setzt mir eine Wollmütze auf, die katzt und beisst, aber gesund ist.
Und erzählt mir von gefährlichen Krankheiten und bösen Männern, wenn ich verreisen möchte.

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Ich freue mich über Bemerkungen & eigene Erfahrungen, Gefühle & sonstiges dazu :-)

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